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Um- und Neubau in Stetten am kalten Markt

Um- und Neubau in Stetten am kalten Markt

Das ehemalige Pflegehaus wird umgebaut. Auf der Wiese davor entsteht ein neues Baugebiet.  Foto: Grimm Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem Satzungsbeschluss über die fünfte Änderung des Bebauungsplans „Im Kleebühl“ hat der Gemeinderat in seiner ersten Sitzung nach der Corona bedingten zweimonatigen Pause einen Knopf an die Planung des neuen Pflegezentrums gemacht.

Der Weg ist frei für den Umbau des ehemaligen Pflegeheims „Silberdistel“ zu einem Haus des betreuten Wohnens und für den in direkter Nachbarschaft liegenden Neubau eines Pflegezentrums. In der Sitzung des Gemeinderats, die aufgrund der Kontaktbeschränkungen in der Alemannenhalle stattfand, erläuterten Bürgermeister Maik Lehn und der Fachmann für Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement, Tristan Laubenstein vom Planungsbüro Fritz&Grossmann aus Balingen, das Vorhaben samt der bauplanungsrechtlichen Verfahren.

Das Areal, im Bebauungsplan als „Mischgebiet“ ausgewiesen, umfasst insgesamt 1,1 Hektar, wobei die neu eingegliederte Fläche rund 8500 Quadratmeter einnimmt. Die in der Januarsitzung vorgelegten Bedenken der Träger öffentlicher Belange sind mittlerweile berücksichtigt. Wie der Bürgermeister erläuterte, musste der Bebauungsplan „Im Kleebühl“ deshalb geändert werden, damit die baulichen Voraussetzungen für den Um- und Neubau eines neuen großen Pflegezentrums mit Personalwohnungen und ausreichend Parkflächen geschaffen sind. Da das Gebiet innerhalb der Wasserschutzzone III liegt, im Süden an das Landschaftsschutzgebiet „Donau und Schmeiental“ und im Westen an eine Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Mähwiese angrenzt, sich in rund 600 Meter Entfernung ein Vogelschutzgebiet befindet sowie in rund 1,5 Kilometer das FFH-Gebiet „Truppenübungsplatz Heuberg“, waren von Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange Stellungnahmen einzuholen, die Lehn als zum Teil „relativ kritisch“ bezeichnet.

Dabei ging es beispielsweise um die Reviere der Feldlerchen, der Turmfalken und der Fledermäuse sowie die Auswirkungen der Planung auf die Fortpflanzungs- und Ruhestätten der Tiere. Durch geplante Gehölzpflanzungen im Erweiterungsbereich solle eine Aufwertung erreicht werden, die künftig als Nahrungsraum für Fledermäuse genutzt werde, erläuterte Laubenstein. Auch sollen Bestandsgebäude und vorhandene Gehölze auf tierspezifische Eignung untersucht werden. Für die Turmfalken werden drei künstliche Nisthilfen geschaffen, deren Wirksamkeit mittels Monitoring überprüft werden soll.

Mit Blick auf den Insektenschwund hat das Landratsamt Sigmaringen ein Reduzieren der Beleuchtung in den Nachtstunden beziehungsweise das Verwenden von Bewegungsmeldern angeregt. Deshalb, so Lehn, seien die örtlichen Bauvorschriften dahingehend ergänzt, dass in den Nachtstunden und außerhalb der Betriebszeiten die Beleuchtung auf das unabdingbare Maß zu reduzieren sei.

Insgesamt seien die Eingriffe in die Natur durch die Erweiterung des Bebauungsplans „Im Kleebühl“ durch geeignete Kompensationsmaßnahmen und das Einbringen von Ökopunkten, resultierend aus den gemeindeeigenen Steillagen der Waldrefugien am Schaufelsen, „zu 100 Prozent ausgeglichen“, unterstreichen der Naturressourcenmanager und Bürgermeister Lehn. Rechtlich gesehen, hätten zwar 90 Prozent Ausgleich ausgereicht, aber „wir wollten ganz sicher gehen“.

Wie der Bürgermeister betonte, ist Ziel und Zweck der Planung, den steigenden Bedarf an altersgerechten Wohnungen sowie Pflegeeinrichtungen in der Heuberggemeinde zu decken. Durch das Schließen des Ameos-Pflegehauses sei dieser Bedarf weiter deutlich gestiegen.

Mit dem nun gefassten Satzungsbeschluss tritt der Bebauungsplan in Kraft und wird dem Landratsamt Sigmaringen angezeigt.

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